Es ist soweit:

Die Spornschildkröten ziehen ein

Wenn Ihre Spornschildkröten bei Ihnen einziehen, sollten sie schon im Vorfeld alles vorbereitet haben.

 

Haltung

Wärmebereiche und Rückzugsmöglichkeiten

Spornschildkröten gehören zu den wechselwarmen Reptilien, demnach müssen wir sie durch zusätzliche Wärme- und Lichtquellen unterstützen. Zu Beginn des Spornschildkrötenlebens bietet sich daher eine Haltung im Terrarium an, um die benötigten Temperaturen zu erreichen. Sie benötigen eine Grundwärme im Terrarium mit kühleren Rückzugsmöglichkeiten und warme Bereiche direkt unter einem Wärmestrahler. Wie bei allen Landschildkröten sind  kleine Nachzuchten aufgrund der geringeren Masse empfindlicher gegenüber Temperaturschwankungen. Sie kühlen schneller aus und erhitzen auch demnach schneller.

Für die Winterzeit muss ein beheizbares Terrarium zur Verfügung stehen. Die Größe des angebotenen Platzes orientiert sich immer an der Größe und Anzahl der gehaltenen Tiere.

Die Tagestemperaturen liegen zwischen 25°- 33° C.

Die Nachtabsenkung liegt bei 18° C.

Zum Bodengrund gibt es unterschiedliche Ansichten. Meines Erachtens sollte er auf jeden Fall trittsicher sein. Ich verwende ein Sand-Lehmgemisch.

Licht

Neben Wärme benötigen  Spornschildkröten ausreichend Licht/Helligkeit. Dabei ist es wichtig das Terrarium ganzflächig auszuleuchten und punktuell noch Lampen zur UV-B Versorgung anzubringen.

Bewährt haben sich HQI-Lampen. Zur nötigen UV-B Versorgung noch zusätzlich eine gute Lampe, wie die Lucky Reptile Desert. Diese Lampe kann den ganzen Tag angeschaltet sein. Bei der Osram Vitalux muss auf jeden Fall auf den Mindestabstand von 80 cm zum Tier geachtet werden. Bei Unterschreitung kann es zu Verbrennungen kommen. Diese Lampe benötigt eine  Anlaufzeit. Nach dieser kann sie ca. 30 Minuten leuchten. Der Nachteil ist: sitzt ihre Schildkröte in dieser Zeit in der Höhle bekommt sie kein oder kaum Licht ab. Zudem benötigen sie für die Restzeit, in der die Osram Vitalux nicht brennt, eine Alternative.

Feuchtigkeit

Gerade während der Aufzucht sollte auf ausreichend Luftfeuchtigkeit geachtet werden, damit der Höckerbildung entgegengewirkt wird. Ich habe die kleinen Spornschildkröten täglich besprüht und die Schlafplätze feucht gehalten.

Bei zu trockener Haltung von Jungtieren bilden sich Höcker.

Freigehege

Sobald es die Temperaturen zulassen, dürfen die Tiere ins Freigehege. Bei jungen Tieren warte ich ab, bis beständig 20° C. am Tage sind. Bei kälteren Temperaturen bleiben die kleinen Spornschildkröten im Gewächshaus. Ältere Tiere dürfen selbst entscheiden, ob sie im Gewächshaus bleiben oder die Freifläche nutzen.
  • Das Gehege sollte von der Größe her überschaubar sein, damit die kleinen Schildkröten auch wiedergefunden werden.
  • Durch gute Strukturierungsmaßnahmen im Freigehege kann es zum Abenteuerspielplatz gestaltet werden und für die nötige Abwechslung sorgen.
  • Das Freigehege sollte unbedingt für Jungtiere gegen Raubvögel etc. z. B. durch ein Gitter abgesichert sein.
  • Um ein unnötiges Hin- und Hertragen zu verhindern, welches den Tieren Stress verursacht, macht es Sinn durch ein Frühbeet und ausreichender Technik die benötigten Grundbedingungen zu schaffen. Gerade was den Wärme- und Lichtbedarf angeht.
  • Neben dem natürlichen Licht der Sonne, wurde den Schildkröten bei mir noch eine zusätzliche UV-B Versorgung im Frühbeet gegeben. Zusätzlich noch an schlechten Witterungstagen durch ausreichend Helligkeit unterstützt.
Das Gewächshaus und Freigehege sollte einen sonnigen Platz im Garten bekommen. Nicht zu vergessen sind aber auch Schattenplätze.
Für die Jungtiere ist ein Frühbeet mit entsprechender Technik eine gute Unterbringung. Später benötigt man ein Schutzhaus/Gewächshaus um die bewegungsfreudigen Tiere unterzubringen.
Eine gute Isolierung zahlt sich aus, um die benötigten Temperaturen im Schutzhaus zu erreichen.
Solange die Spornschildkröten noch klein sind, lässt sich das Außengehege noch gestalten. Mit zunehmender Größe wird dies schwieriger, da die Tiere selbst "umdekorieren". Sie nehmen keine Rücksicht auf Dinge, die sich ihnen in den Weg stellen.
Sulcatas klettern nicht besonders gerne, somit muss nicht so viel Wert auf die Höhe der Umrandung, vielmehr auf die Stabilität geachtet werden.
An heißen Tagen suchen Sulcatas häufig Schutz vor der Hitze und fangen an Tunnel zu graben. Diese können auch in Gefangenschaftshaltung beträchtliche Ausmaße annehmen.