Informationen zur Keimung

Keimung

 

Als Keimung bezeichnet man den Beginn der Entwicklung des Samens.

 

Unmittelbar nach der Ausbreitung sind die meisten Samen noch nicht keimungsfähig. Sie befinden sich in der sogenannten Keimruhe (Dormanz). Erst bestimmte Umweltreize ermöglichen die Keimung.

 

Keimvoraussetzungen

 

Um keimen zu können, müssen also verschiedene Voraussetzungen gegeben sein. Für die Keimung von Samen sind

 

  • ·         Wasser,

 

  • ·         Wärme und

 

  • ·         Sauerstoff nötig,

 

  • ·         und noch Licht oder Dunkelheit.

 

Wichtig: Verschiedene Arten von Samen benötigen verschiedene Keimbedingungen!

 

·        Wasser

 

Wasser ist ein wichtiges Element zur Keimung. Samen sind wasserarm und müssen zuerst ausreichend Wasser aufnehmen (quellen), um keimen zu können.

 

Der Samen quillt, platzt auf und als erstes bildet sich die Wurzel.

 

Eine gleichmäßige Bodenfeuchte ist unabdingbar zu Entwicklung. Dies erreicht man durch regelmäßige Wasserzufuhr (gießen oder sprühen) und  den Boden leicht andrücken, um Hohlräume zu vermeiden. Es sollte auch nicht zu nass sein, sonst fault der Samen.

 

Es gibt auch harte Samen, wie z. B. Wicken. Hier kann man die Keimung beschleunigen , in dem man den Samen einige Stunden in ein Wasserbad einlegt (Vorquellung) und dann erst aussät.

 

 

·       Wärme/Temperatur

 

Es gibt ein Temperaturminimum um die Keimruhe zu überwinden. Die ausreichende Wärme stellt sicher, dass die richtigen Temperaturen herrschen, die der Keimling zu seiner weiteren Entwicklung braucht. So ist auch gewährleistet, dass sich der Keimling erst in einer ihm günstigen Zeit, z. B. erst nach dem Winter, im Frühjahr  entwickelt. Auch Kältereize (Vermalisation) ermöglichen die Keimung zum richtigen Zeitpunkt, das heißt: Über einen bestimmten Zeitraum, muss die Temperatur niedrig sein.

 

Sauerstoff
Damit der Samen keimen kann ist eine ausreichende Versorgung mit Sauerstoff vonnöten.  Deswegen darf der Boden nicht zu sehr komprimiert werden.

 

·        Licht/Dunkelheit

 

Die meisten Pflanzen keimen durch das Licht besser, sogenannte Lichtkeimer. Es gibt aber eine kleinere Gruppe von Pflanzen deren  Keimung wird durch Licht gehemmt, sog. Dunkelkeimer.

 

Lichtkeimer sind meist sehr feine Samen, wie z. B. der Klatschmohn. Dieser Samen wird nur auf der Erde ausgebracht und leicht angedrückt. Evtl. kann man den Samen mit einer Folie abdecken, so wird vermieden, dass Vögel etc. sich am Samen bedienen.

 

Dunkelkeimer haben meist größere Samen, wie z. B. Büschelschön. In diesem Fall wird das Saatgut mit Erde bedeckt.  Je nachdem, wie groß der Samen ist, ist die Schicht Erde, mit der das Saatgut bedeckt wird. Man unterscheidet frostresistente Arten und nicht frostresistente Arten. Letztgenannte werden ausgesät, wenn die Frostperioden vorüber sind oder werden im Gewächshaus vorgezogen und dann ins Freiland ausgepflanzt. 

 

Kaltkeimer (Frostkeimer) sind in der Natur Frostperioden ausgesetzt. Diese Kältephase müssen sie durchlebt haben, bevor die Keimung ausgelöst wird. Diese natürlichen Verhältnisse müssen nachgeahmt werden. Entscheidend sind Temperaturen zwischen 2 und 8 °C. Diese Phase kann auch künstlich ausgelöst werden (Stratifikation). Hierzu legt man das Saatgut in einem perforierten Beutel (gefüllt mit feuchtem Sand)  für drei bis vier Wochen in den Kühlschrank.

 

In dieser Zeit sorgen die niedrigen Temperaturen dafür, dass sich das Verhältnis von keimhemmenden und keimfördernden Substanzen im Saatgut zugunsten der keimfördernden verschiebt. Im Anschluss kann es dann ausgesät werden.

 

http://www.biologie-lexikon.de/lexikon/keimung_samen.php

 

https://de.wikipedia.org/wiki/Keimung